Politikblog von Helmut Pozimski

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Musikindustrie

Kreative und Schaffende

Verfasst von Helmut am 9. Mai 2010 - 12:55

Wer die Sprache definiert bzw. kontrolliert, hat auch großen Einfluss auf das Denken der Menschen. Deshalb ist es gerade in Auseinandersetzungen wie denen zwischen Kunden Musik- und Filmindustrie den Kontrahenten wichtig, Einfluss auf die alltägliche Sprache zu nehmen. Mit Begriffen wie "Raubkopierer" ist das der Industrie weitgehend gelungen, wobei bei der Gegenseite (uns) Begriffe wie "Filesharer" und das ironische "Raubmordkopierer" verwendet werden.

Zwei Begriffe sind mir in der Diskussion um imaginäre Schadenssummen und neue Gesetze besonders negativ aufgefallen: "Kreative und Kulturschaffende.

Beide Begriffe versuchen in gewissem Umfang, bestimmte Funktionen und Attribute auf eine bestimmte Gruppe - nämlich die von den Großen Filmstudios bzw. Labels Personen - einzugrenzen. Die Aussage dahinter ist klar: Nur wer bei uns produziert und damit Geld verdient, ist kreativ bzw. trägt zur Kultur bei. Der Rest der Bevölkerung ist im Umkehrschluss ein passiver Konsument, der weder über Kreativität verfügt, noch zur Kultur beiträgt. Doch ist dem wirklich so?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Kreativität der Firmen, die diese Begriffe für sich reklamieren von sich aus stark begrenzt ist. Sie beschränkt sich auf die Auswahl und Vermarktung von Produkten, die an sich einem kreativen Prozess entsprungen sein können, aber nicht zwingend müssen. (Man beachte hier auch einige der letzten Chart-Hits als Beispiel) Natürlich hat die Industrie auch kein Monopol auf Kreativität und diese muss auch nicht kommerziell organisiert sein, um als solche anerkannt zu werden. Aus eigener Erfahrung würde ich sogar unterstellen, dass nichtkommerziell arbeitende Künstler oftmals die Kreativeren sind, da sie sich nicht an der Mainstream-Nachfrage orientieren müssen.

Ähnliches gilt auch für den Kulturbegriff, hier möchte ich mal die ersten Zeilen des entsprechenden Wikipediaartikels bemühen:

Kultur (zu Lateinisch cultura, „Bearbeitung“, „Pflege“, „Ackerbau“, von colere, „wohnen“, „pflegen“, „den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik, der Bildenden Kunst, aber auch geistiger Gebilde wie etwa im Recht, in der Moral, der Religion, der Wirtschaft und der Wissenschaft.

Hier kann man also sagen, dass nahezu jeder Mensch durch seine Handlungen bzw. Leistungen zur Kultur beiträgt und dieses sich keineswegs auf die Klientel der Industrie beschränkt. Diese ist bisher jedoch mit dieser Sprache sehr erfolgreich darin, Politikern und der Öffentlichkeit vorzugaukeln, ohne strengere Urheberrechtsgesetze gingen uns Kultur und Kreativität verloren.

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Meine persönlichen Unwörter des Jahres 2009

Verfasst von Helmut am 20. Dezember 2009 - 17:52

Langsam aber sicher neigt sich auch dieses Jahr dem Ende zu und auch wenn mich die tretmühlenartig abgespielten Jahresrückblicke in den großen Fernsehsendern nerven ohne Ende, möchte ich in Anlehnung an das küzlich gekürte Wort des Jahres (in diesem Jahr die Abwrackprämie) bzw. das noch zu vergebende offizielle Unwort des Jahres meine persönlichen Unwörter dieses Jahres küren:

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